Angewendete Globuli bei Bauchschmerzen bei Säuglingen und Kleinkindern

In der folgenden Tabelle werden die häufigsten Mittel zur Eigenbehandlung von Blähungskoliken und Obstipation bei Babys zusammenfassend dargestellt.Wichtige Symptome, welche die Auswahl des homöopathischen Mittels erleichtern, sind: zeitliches Auftreten der Beschwerden (z. B. bei oder nach dem Füttern, Tageszeit, auf Reisen), Begleitbeschwerden (z. B. harter Bauch, weicher Bauch, Überstrecken oder Krümmen, rumpelnde Geräusche im Bauch des Säuglings/Kindes), Bedingungen zur Verbesserung oder Verschlechterung der Symptome, Typus des Kindes (z. B. pausbäckig, feingliedrig, freundlich, schüchtern). [4]

Welche Ausprägung trifft auf Ihr Baby zu?

Information zu Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Blähungen gehen in kleinen Mengen ab, erleichtern jedoch nicht die Beschwerden.

Begleiterscheinungen sind ein heißes Gesicht, Reizbarkeit, Zahnungsbeschwerden, Windeldermatitis und fieberhafter Säuglingsschnupfen.Typisch für dieses Mittel ist das ständige Herumtragen des Kindes. Nach dem Ablegen schreit das Kind sofort wieder.Auslöser sind Blähungskoliken mit aufgetriebenem Bauch.

Verbesserung:

Durch Herumgetragen, lokale Wärme.

Verschlechterung:

Nachts, am Morgen, nach einer Mahlzeit.

Angewendete(s) Mittel:

Chamomilla

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Eingeklemmte Blähungen verursachen zusätzliche Beschwerden, Bauch und Beine erscheinen aufgedunsen

Begleiterscheinungen sind ein gelblicher Teint, ein eher magerer Oberkörper, mit aufgedunsenem Bauch und Beinen. Eine deutliche Verschlimmerung der Beschwerden tritt zwischen 16 und 20 Uhr und zwischen 4 und 8 Uhr ein. Das Kind ist reizbar und hat schlechte Laune und ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten. Auslöser sind Blähungskoliken ohne Abgehen von Winden oder Obstipation mit erst festem, dann sehr weichem Stuhl. (Sektkorkenstuhl)  

Verbesserung:

Durch warmes Essen, Bewegung.

Verschlechterung:

Am frühen Morgen, durch Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Starke, plötzlich einschießende Krämpfe, wässrige Durchfälle, Aufstoßen bessert die Beschwerden nicht.

Begleiterscheinungen sind häufig Zahnungsbeschwerden mit ebenfalls plötzlich einschießenden Schmerzen. Das Baby ist häufig nervös und überempfindlich und hat eine starke körperliche Unruhe während der Schmerzen. Auslöser sind Blähungkoliken mit wässrigen Durchfällen. 

Verbesserung:

Durch starkes Zusammenkrümmen, Wärme.

Verschlechterung:

Durch Berührung, Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Magnesium phosphoricum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Regelmäßig wiederkehrende Koliken nach den Mahlzeiten, mit hartnäckiger Verstopfung

Begleiterscheinungen sind wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden. Kinder sind im Gesunden sehr aktiv und immer beschäftigt, im Kranken sehr reizbar und jähzornig. Auslöser können Blähungskoliken mit starkem/saurem Aufstoßen, Erbrechen oder Obstipation mit vergeblichem Stuhldrang sein.

Verbesserung:

Durch Zusammenkrümmen und am Abend.

Verschlechterung:

Morgens und vormittags.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Weicher Stuhl, der am After hängen bleibt oder aber häufiger noch hart und kleinkugelig ist

Begleiterscheinungen sind allgemeine Trockenheit: trockene Schleimhäute, trockener Mund und trockene Haut mit Neigung zu Ausschlägen Das Kind erscheint häufig verlangsamt mit Desorientierung und Langsamkeit in allen Reaktionen und ist eher untergewichtig. Auslöser ist eine Obstipation mit enormer Anstrengung bei der Stuhlentleerung. 

Verbesserung:

Im Freien und durch kaltes Waschen.

Verschlechterung:

Durch Kartoffeln, morgens beim Erwachen und durch Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Alumina

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Stuhl schlüpft zurück und ist trocken und knotig, häufig mit starken Blähungen

Begleiterscheinungen sind eine hohe Körpertemperatur, heißer Schweiß, Schnarchen, ein eventuell geschwollenes Gesicht und ein sehr tiefer Schlaf. Das Kind ist träumerisch benommen, schläft immer wieder ein und hat nur ein geringes Schmerzempfinden. Auslöser kann eine Obstipation mit schmerzhafter Entleerung sein, Stuhl schlüpft zurück.

Verbesserung:

Durch Abkühlung.

Verschlechterung:

Durch Wärme sowie während und nach dem Schlaf.

Angewendete(s) Mittel:

Opium

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

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Zu beachten:

Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen und Kleinkindern können das erst Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein, die weiterführende Behandlungen erfordert. Über längere Zeit bestehende Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme oder Verdauung können zur Unterversorgung des Kindes mit lebenswichtigen Nährstoffen und Flüssigkeit führen. Wenn die Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen und Kleinkindern länger andauern, sollte das Kind daher von einem Facharzt (eventuell mit homöopathischer Zusatzausbildung) untersucht werden, da dieser die bereits durchgeführte Eigenbehandlung beurteilen kann, aber auch als approbierter Arzt Notsituationen zuverlässig erkennen und behandeln kann.

Folgende Säuglinge und Kleinkinder haben ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen des Verdauungstrakts und sollten bei neu auftretenden Verdauungsbeschwerden sofort einem Facharzt vorgestellt werden:

  • frühgeborene Säuglinge
  • Säuglinge und Kleinkinder mit Trisomie 21
  • Säuglinge und Kleinkinder von Müttern mit Verdacht auf Alkoholmissbrauch und/oder Drogenmissbrauch in der Schwangerschaft
  • Säuglinge und Kleinkinder mit einem bekannten Morbus Hirschsprung in der Familienanamnese