Homöopathie bei Katzen

Lesen Sie hier einen Beitrag von Dr. med. vet. Nina Breunig über Homöopathie bei Katzen

Im folgenden Fallbeispiel geht es um eine Narkosefolge in Kombination mit einer vermutlichen Vergiftung bei einer Katze und deren homöopathische Behandlung

Am Donnerstag Vormittag erreichte mich eine aufgeregte Besitzerin einer Katze in meiner tierärztlichen Praxis. Das Tier sei mit allen vier Pfoten in Bitumen oder Teer oder etwas dergleichen getreten. Es wurde gerade die Straße in der Nähe neu geteert und er sei vermutlich da irgendwie hineingeraten. Sie hätten schon seit 2 Stunden versucht das Klebzeug zu entfernen und er würde auch die ganze Zeit an den Pfoten lecken und versuchen diese sauber zu bekommen. Aber es ging einfach nicht ab.
Aufgrund der Tatsache, dass Teer für Katzen und andere Lebewesen bei oraler Aufnahme nicht besonders gesund ist und die Besitzer nicht wussten, wie viel die Katze schon abgeleckt hatte, waren sie 45 Minuten später in der Praxis. Er wurde sofort in Narkose gelegt, da an allen 4 Pfoten die gesamten Zwischenzehenbereiche dick verklebt waren. Nach einer Stunde Rasur, Zupfen und kleine Reste mit Terpentin entfernen und wieder abwaschen, waren seine Pfoten endlich wieder rosa. Die Narkose verlief komplikationslos und alle Vitalwerte waren im Normbereich. Unterstützend bekam er s.c. NaCl-Infusion und Furosemid um die Nierenfunktion und Diurese anzuregen.

Aus organisatorischen Gründen wollten die Besitzer den Kater direkt mit nach Hause nehmen. Da die Katze von den Vitalwerten unauffällig war, gab ich ihn ausnahmsweise mit nach Hause, unter der Anweisung ihn warm zu halten und seine Atmung im Auge zu behalten. Nach 3 Stunden klingelte das Telefon und die Besitzerin erzählte besorgt, dass die Katze ca. 30 Minuten nachdem sie zu Hause waren aufgestanden war und mit hängendem Kopf wie ferngesteuert auf einen anderen Platz gewankt sei. Hier würde er jetzt aber seitdem liegen und sich nicht mehr rühren. Die Augen wären riesig und schwarz und reagierten nicht. Er würde nur ganz flach und selten atmen und wäre nicht ansprechbar. Auf meine Bitte die Temperatur zu messen, sagte die Besitzerin er hätte blaue Lippen und eine Temperatur von 34°C (Normaltemperatur bei einer Katze ist 38,0 bis 38,5°C)!

Diese Symptome waren eigenartig. Sie sollte ihn sofort warm einpacken und auf ein Wärmekissen legen. Da ich keine intensivmedizinische Betreuungsmöglichkeiten in meiner kleinen Praxis habe, also auch keinen Sauerstoff, blieb nur die homöopathische Behandlung oder eine Fahrt in die 1 Stunde entfernte Klinik, was die Besitzer ablehnten. Also sollten sie sich bei mir in der Praxis die erforderlichen homöopathischen Mittel holen.
Als erstes Mittel verabreichte Sie ihm alle 10 Minuten 3 Tropfen Carbo vegetabilis mit der Potenz C30 aufgelöst in einer Spritze in das Maul auf das Zahnfleisch. Dies sollte sie machen, bis die Schleimhäute wieder rosa würden und mich nach spätestens einer Stunde wieder anrufen. Nach 30 Minuten rief sie wieder an und erzählte mir, dass die Lippen bei dem Tier wieder rosa wären und er würde auch besser Luft holen, aber er sei immer noch nicht ansprechbar und die Pupillen groß und starr.

Das homöopathische Mittel Opium half der Katze

Jetzt kam das zweite homöopathische Mittel bei dieser Behandlung zum Einsatz: Opium in der Potenz C 200, ebenfalls aufgelöst in einer Spritze zum Eingeben. Auch dieses Mittel wurde dem Tier alle 30 Minuten gegeben, bis die Besitzerin schlafen ging. Die Katze kam mit unter die Bettdecke, immer noch komatös und mit vielen Fragezeichen, ob sie die Nacht überleben würde. Es war ja auch fraglich, ob die Symptome reine Narkosefolgen waren oder ob es eine Vergiftung war bzw. wie viel Teer er generell schon aufgenommen hatte.
Am nächsten Morgen kam der erlösende Anruf: Die Katze habe die ganze Nacht tief und fest geschlafen. Morgens sei er dann aufgestanden, habe sich einmal geschüttelt, sei auf das Katzenklo gegangen und dann maunzend zu seinem Futternapf gelaufen und hätte den mit Appetit geleert. Er sei so wie immer! Oh Captain, mein Captain, wie waren wir da alle froh.

Homöopathische Behandlung bei Katzen

Hier zeigte sich eindrucksvoll, wie auch solche kritischen Situationen durch die Anwendung von Homöopathie gelöst werden können. Nachdem die Katze nur kurzzeitig aus der Narkose aufwachte und dann in einen komatösen Zustand überging war er mehr tot als lebendig. Trotzdem wurde er mit einer rein homöopathischen Verabreichung binnen 24 Stunden wieder vollständig hergestellt.
Das homöopathische Mittel Carbo vegetabilis stabilisierte die Atmung und den Kreislauf (rosa werden der Schleimhäute, tiefere Atmung), konnte jedoch die zentrale Problematik des komatösen Zustandes nicht lösen, da es hier nicht passte. Die starren großen Pupillen und die fehlende Ansprechbarkeit, sowie die Narkosefolgen oder Vergiftungsfolgen entsprachen jedoch einem Opiumzustand. Dieses Mittel schaffte es, den komatösen Zustand über Nacht ohne Folgeschäden zu beseitigen.
An diesem Beispiel kann man sehen, zu welchen Leistungen die Homöopathie auch in kritischen Fällen, gerade in der Tiermedizin fähig ist. Die Katze konnte in diesem Fall, in Ermangelung einer entsprechenden Praxisausstattung, nicht mit anderen Maßnahmen wie Sauerstoff, Infusion, Kreislaufstabilisierung etc. behandelt werden.
Sicherlich könnten Kritiker der Homöopathie jetzt sagen, dass das Selbstheilung war und die Wärmezufuhr alleine schon ausreichte, aber ganz ehrlich: Ich als Tierarzt hätte es nicht ausprobieren wollen und denke, dass mir viele praktische Tierärzte bei diesen Symptomen zustimmen werden, dass diese schnelle und vollständige Genesung außergewöhnlich ist. Auch die prompte Reaktion  des Tieres auf das homöopathische Mittel Carbo vegetabilis ist für mich eine deutliche Reaktion auf die Globuli gewesen und nicht alleine der Wärmezufuhr zu verdanken. Genau wie die folgenfreie Behebung des komatösen Zustandes innerhalb von 8 Stunden, schreibe ich diesen Effekt dem Mittel Opium zu und nicht der Placebo-Zuwendung und Wärme über Nacht.
Als Ergebnis bleibt festzustellen: Ja – Homöopathie kann sogar bei ernsthaften Krankheiten oder auch in lebensbedrohlichen Situationen, hier am Beispiel einer Katze, wirksam und wichtig!