Akute spastische Bronchitis bei Kindern

Lesen Sie hier einen Fall aus der Praxis eines bekannten Autors und Homöopathen, der zeigt, wie die Homöopathie bei Bronchitis helfen kann. Dieser Fall handelt von den beiden Brüdern Daniel und Moritz. Insbesondere von Daniel, denn er befand sich seit etwa fünf Wochen in homöopathisch chronischer Behandlung wegen immer wieder auftretender Erkältungskrankheiten, Mittelohrentzündungen und spastischer […]

Lesen Sie hier einen Fall aus der Praxis eines bekannten Autors und Homöopathen, der zeigt, wie die Homöopathie bei Bronchitis helfen kann.

Dieser Fall handelt von den beiden Brüdern Daniel und Moritz. Insbesondere von Daniel, denn er befand sich seit etwa fünf Wochen in homöopathisch chronischer Behandlung wegen immer wieder auftretender Erkältungskrankheiten, Mittelohrentzündungen und spastischer Bronchitiden. Begonnen hatte alles vor etwa einem halben Jahr, als Daniel selbst erst ein halbes Jahr alt war.

Sein etwa um zwei Jahre älterer Bruder Moritz war da nicht viel besser dran, denn auch er hatte eine ausgeprägte Neigung zu spastischer Bronchitis. Darüber hinaus gab es bei ihm auch häufig Mittelohrentzündungen und langanhaltende Paukenergüsse und seit neuestem hin und wieder auch Pseudokrupp. Seine Bronchitiden waren immer sehr hartnäckig, und der zurückbleibende Husten hielt dann oft noch wochen- bis monatelang an. Moritz war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in homöopathischer Behandlung, weder chronisch noch akut. Man wollte erst einmal abwarten, wie und ob sein Bruder mit der Homöopathie Fortschritte machte.

Die Mittelohrentzündungen von Daniel waren in der Regel eitrig und liefen seit einiger Zeit ohne nennenswertes Fieber ab. Es gab höchstens mal 38,2 °C. Seit der chronischen homöopathischen Behandlung nahm der Junge nun regelmäßig Sulfur LM18 ein, 1 Tropfen auf ein Glas Wasser, davon nur einen Löffelvoll, alle 3 Tage.

Nach nur etwa drei Wochen Sufur-Einnahme trat wieder eine „leicht spastische Bronchitis“ auf. Diese bestand bereits seit etwa anderthalb Wochen und war „nicht weiter schlimm“, so die Mutter. Doch nun gebe es ein rotes Ohr samt Ohrenschmerzen. Die Temperatur sei auf 39 °C geklettert – das habe es schon lange nicht mehr gegeben! – und aus der Nase fließe ein milder „gelber Rotz“. Man habe schon mit Kochsalzlösung inhaliert. Trotzdem sei diese Bronchitis recht untypisch für Daniel, denn „er war bis heute super drauf“ und pfiff auch nicht von der Lunge her, wie dies sonst immer der Fall gewesen sei. Doch nun sei sein Gemütszustand wechselhaft; er sei quengelig und weinerlich. Zwischenzeitlich sei auch wieder „alles in Butter“ bis zu dem Zeitpunkt, wo „etwas quer läuft“. – Wir vereinbarten, für die Zeit der akuten Erkrankung mit Sulfur auszusetzen und Pulsatilla D6, 1 Globulus im Mund zergehen lassen, nach Bedarf einzunehmen.

Vier Tage später meldete sich die Mutter erneut. Pulsatilla wirke „fantastisch“. Daniel gehe es sehr gut und die Ohren seien wieder völlig „okay“. Der Arzt habe nur noch eine minimale Spastik der Bronchien feststellen können und sei sehr zufrieden. – Daraufhin sollte der Bub Pulsatilla nur noch einen Tag in reduzierter Dosis weiter erhalten und die chronische Kur mit Sulfur 3 Tage später wieder aufnehmen.

Bei dieser Gelegenheit erzählte mir die Mutter, dass auch ihr Sohn Moritz zeitgleich mit seinem Brüderchen Daniel erkrankt sei und dasselbe Krankheitsbild aufweise. Man habe aber bei ihm in alt bekannter Manier mit Antibiotika therapiert. Und nun sei er immer noch sehr schlapp und angegriffen. Seine Ohren seien immer noch rot und eitrig und er habe auch „noch deutlich Schleim auf den Bronchien“. Insgesamt dauere alles bei ihm viel viel länger; er schleppe sich richtig herum.

Armer Junge, denn auch zu diesem Zeitpunkt hätte es die Mutter noch mit der segensreichen Homöopathie versuchen können! Doch leider war sie der irrigen Lehrmeinung verfallen – sie selber war Krankenschwester –, den bereits eingeschlagenen orthodoxen Weg weiter gehen zu müssen, denn schulmedizinisch ist man der Ansicht, dass, wenn einmal mit einer Antibioselenkung begonnen wurde, diese unbedingt zu Ende zu führen ist, da es sonst zu sehr heftigen Rezidiven (Rückfällen) kommen kann. – Doch spätestens seit dem Entdecken des Gesetzes der Zweiphasigkeit der Erkrankungen und dem des ontogenetisch bedingten Systems der Mikroben ist klar, dass dies falsch ist. Sobald wir beobachten, dass ein Homöopathikum greift und dem Patienten Linderung verschafft, können – bzw. besser: sollten – wir die immunsuppressive Therapie absetzen, denn sie torpediert die vagotone Heilungsphase!

Interessant sind die Verläufe der beiden Erkrankungen in zweierlei Hinsicht. Zum einen unter dem Aspekt der chronischen Behandlung und zum anderen unter dem der akuten Zwischenbehandlung. Es ist offensichtlich, dass im Falle Daniel die akute Exacerbation – denn um eine solche handelte es sich in beiden Krankheitsfällen – schon nach nur ein paar Wochen Einnahmezeit von Sulfur sehr viel gedämpfter, aber auch gezielt reaktionsfreudiger im Sinne einer echten Ausheilung (z. B. höheres Fieber) ausfiel als früher, so dass sich die Mutter erst nach etwa anderthalb Wochen dazu entschloss, überhaupt etwas zu tun. Und dann die Akutbehandlung mit Pulsatilla, die keineswegs unterdrückend wirkte, sondern den Ausscheidungsprozess beschleunigte und somit dem Bub eine schnelle Heilungsentwicklung bescherte. Diese beiden Fälle sind insofern sehr gut vergleichbar, als dass sie dieselben Bedingungen aufweisen: Sie stammen beide aus derselben Familie mit demselben miasmatischen Hintergrund, und darüber hinaus bestanden zum Zeitpunkt des Vergleichs dieselben akuten Krankheitsbilder.

>> Hier geht es zu den angesprochenen homöopathischen Arzneimittel Sulfur

>> Hier geht es zu den angesprochenen homöopathischen Arzneimittel Pulsatilla

Autor: Dr. Joachim-F. Grätz

Auszug aus: Grätz, J.-F., Klassische Homöopathie für die junge Familie – Kinderwunsch, Schwangerschaftsbegleitung und Geburt, Kleinkindbetreuung, Entwicklungsstörungen und Behinderungen, natürliche Entwicklung, Band 2, 3. Auflage 2016, Tisani Verlag, Oberhausen

Literatur:

  • Allen, J. H., Die chronischen Krankheiten – die Miasmen, 1987, Verlag Renée von Schlick, Aachen

  • Grätz, J.-F., Sind Impfungen sinnvoll? – Ein Ratgeber aus der homöopathischen Praxis,
    9. Auflage 2012, Tisani Verlag, Oberhausen i. Obb.; www.tisani-verlag.de

  • Grätz, J.-F., Sanfte Medizin – Die Heilkunst des Wassermannzeitalters, 2. Auflage 2015, Tisani Verlag, Oberhausen i. Obb.; www.tisani-verlag.de

  • Grätz, J.-F., Klassische Homöopathie für die junge Familie – Kinderwunsch, Schwangerschaftsbegleitung und Geburt, Kleinkindbetreuung, Entwicklungsstörungen und Behinderungen, natürliche Entwicklung, 2 Bände, 3. Auflage 2013/2016, Tisani Verlag, Oberhausen i. Obb.; www.tisani-verlag.de