Homöopathie beim Hund – die verletzte Hundepfote

Homöopathische Behandlung einer Entzündung an der Hundepfote

Die Homöopathie findet in der Tiermedizin seit Jahren hohen Anklang. Bei vielen Tieren, auch bei Hunden wird die Homöopathie erfolgreich eingesetzt. Entzündungen, Infektionen, Grannen und zahlreiche Verletzungen von Hunden lassen sich mit Homöopathie sehr gut behandeln.

Hier ein Beispiel aus meiner tiermedizinischen Praxis. Der Hund Jane ist ein gelber Flat coated Retriever und im Juni 2007 geboren. Sie wird als Arbeitshund gehalten, hat die Bringleistungsprüfung (BLP) als Zucht- und Leistungsprüfung für Retriever und die Jagdeignungsprüfung (JEP) bestanden, verfügt über eine ausgezeichnete Nase und wird daher als Schweißhund eingesetzt. Sie ist eine intakte Hündin, lebt mit 3 anderen Hündinnen zusammen und wird am 30.01.2018 wegen der wiederholten Entzündung an der rechten Vorderpfote mit starkem Juckreiz vorgestellt.

Das erste Mal hatte sie so eine Entzündung an Weihnachten. Die Wunde heilte nicht sehr gut und die Heilung hat unter Antibiotikumgabe und dauerndem Wechsel des Pfotenverbandes 4 Wochen gedauert. Jetzt hat die Hündin wieder, an der gleichen Stelle wie vorher,  starken Juckreiz. Das Tier knabbert dauernd an der Hundepfote herum. Die Wunde liegt auf dem Sohlenballen des Mittelfußes zwischen dem inneren Zehenballen und der Wolfskralle. Sie ist stark gerötet, nässend und hat dunkle Ränder. Auch ein Verband brachte keine Besserung, der Juckreiz ist so stark, dass die Hündin so lange knabberte, bis sie wieder an die juckende Infektion heran kommt.

Homöopathische Diagnose beim Hund

Die homöopathische Anamnese ergibt eine unauffällige Welpenzeit ohne Erinnerung an nennenswerte Erkrankungen. Den ersten eigenen Wurf hatte Jane 2010/11 mit Geburtskomplikationen und anschließendem Kaiserschnitt. Es waren 10 Welpen, die sie nach diesem traumatischen Erlebnis zwei Tage ignoriert hat und auch noch keine Milch produzierte. Ab dem 3. Tag hat die Hündin sich um ihren Wurf gekümmert und die Milch schoss auch ein. Im darauffolgenden Jahr nahm sie beim Decken nicht auf, wurde danach aber wieder normal läufig. Erst 2012/13 nahm sie wieder auf und warf nach einer unkomplizierter Trächtigkeit 9 Welpen. Die anderen Hündinnen dürfen in der ersten Woche nach der Geburt nicht in die Nähe der Wurfbox kommen, dann knurrt sie. Ab der 2. Woche ist sie entspannt und die anderen dürfen sich zu ihren Welpen dazulegen.

Sie ist sehr arbeitswillig und hat schnell Streß, wenn sie nicht arbeiten darf oder noch darauf warten muss, dann wird sie unruhig. Sie ist sehr pflichtbewußt und hängt an allen Familienmitgliedern. Jane ist sehr temperamentvoll, eigenständig und mit fremden Hunden nicht besonders duldsam, sie schnappt auch mal, wenn die sie nerven. 2015 hatte sie eine Vergiftung nach der Aufnahme einer Mischung aus Zwiebel-Gammelfleisch, verbrachte 2 Tage in der Tierklinik mit Infusionen und ist knapp dem Tod entgangen. 2016 hatte sie eine knöcherne Zubildung am Karpalgelenk, die chirurgisch entfernt wurde. 2017 wird aufgrund starker Lahmheit eine Spondylose der Brustwirbelsäule diagnostiziert. Da es sich um eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule handelt, die Knochen, Bänder und Bandscheiben in fortgeschrittenem Alter (bei Mensch und Tier) betrifft, gibt es keine Ursachen beseitigende Therapie, sondern nur temporäre Linderung der Schmerzen. Wenn sie stark lahmt und Schmerzen hat, bekommt sie ein Schmerzmittel. Während dieser Lahmheit hat sie auch Hyperästhesien am Rücken und am Vorderbein.

Homöopathische Therapie bei Hunden

Nach der tierärztlichen Anamnese werden alle Symptome (körperliche und psychische) aufgelistet, in Haupt- oder Leitsymptome und Nebensymptome differenziert und hierarchisiert. Auch Befindlichkeiten und Modalitäten (Besserung oder Verschlechterung bei/durch Kälte, Wärme, Essen, Bewegung…, Zustand der Wunde, gibt es Fremdkörper in der Wunde) werden berücksichtigt, weil sie eine individuelle Ausprägung darstellen und helfen, aus der Vielzahl der Arzneimittel das Passende zu finden. Nach Repertorisation bekommt der Hund Jane einmalig eine Gabe des homöopathischen Arzneimittels Secale cornutum. Auf einen Pfotenverband wird verzichtet, auch weil dieser nie lange dran bleibt.

Der weitere Heilungsprozess der Hundepfote

Am 04.02.2018 ist die Wunde an der Hundepfote schon deutlich kleiner, die Infektion ging zurück und war nicht mehr gerötet, der Juckreiz ist verschwunden und die voranschreitende Heilung der Pfote ist deutlich sichtbar.

Am 24.02.2018 ist die Wunde des Hundes komplett verheilt, nur noch am etwas kürzeren Fell ist die Stelle auszumachen. Bis heute hat sie keine wunden oder entzündeten Stellen mehr gehabt.

Hinweis: Der Tierhalter ist durch die tägliche Beobachtung seines Vierbeiners eine wichtige Informationsquelle, weil er die Verhaltensweisen, Eigenheiten und Vorlieben seines Hundes genau kennt und somit die nötigen Informationen liefern kann, die den Tierarzt zur richtigen Diagnose und zum richtigen Arzneimittel führen. Die Erstellung der Diagnose und Auswahl des Arzneimittels brauchen neben einer gründlichen veterinär-homöopathischen Ausbildung auch Erfahrung und Wissen z.B. zur Einschätzung des Verlaufs, Auswirkungen, Prognosen etc. und sollten daher idealerweise von einem homöopathisch arbeitenden Tierarzt durchgeführt werden.

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