Schwedenkräuter selbst ansetzen

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Nein, Schwedenkräuter sind keine Kräuter aus Schweden, sondern diese Bezeichnung geht auf den schwedischen Arzt Dr. Klaus Samst zurück, der im 18. Jahrhundert lebte. Sie sind auch unter dem Begriff:“ Bittere Schwedentropfen“ oder „Universaltropfen“ bekannt.
Von Maria Treben, der Kennerin der Heilpflanzen, wiederentdeckt, geht das Rezept, so wird vermutet, auf eine Mixtur von Paracelsus zurück. Der wiederum soll eine Rezeptur der alten Ägypter nachgeahmt haben. Es handelt sich also bei diesen Schwedenkräutern um eine sehr alte Kräutermischung, die seit langer Zeit ihre heilende Wirkung bewiesen hat. Herr Dr. Samst soll, schenkt man Maria Treben Glauben, mit 104 Jahren verstorben sein – nach einem Reitunfall!

Die Herstellung von Schwedenkräutern

Die eigene Herstellung wird, aufgrund der geforderten Zutaten, nicht immer ganz einfach sein. Ein Rezept, ebenfalls von Maria Treben überliefert, enthält neunzehn Ingredienzien, unter anderem so fremd anmutende Bestandteile wie „Zitwerwurzel“, „Theriak“ oder „Bibergail“, wobei dies keine Pflanze, sondern ein Sekret des Bibers ist! Dieses Sekret wird auch Castoreum genannt.
Um den sogenannten „Großen Schwedenbitter“ anzusetzen, benötigen Sie folgende Zutaten (in alphabetischer Reihenfolge):

  • 7g Angelikawurzel
  • 2g Bibergail
  • 4g Eberwurz
  • 7g Enzianwurzel
  • 18g Kalmus
  • 2g Kampfer echt
  • 7g Kieselerde
  • 5g Lärchenschwamm
  • 2g Muskatblüte
  • 35g Muskatnuss
  • 13g Myrrhe
  • 18g Rhabarber
  • 5g roter Ton
  • 1g Safran
  • 2g Sennesblätter
  • 18g Theriak venezian
  • 2g Tormentill
  • 26g Wermut
  • 9g Zitwerwurzel

Da es mit Sicherheit schwierig sein wird, diese Kräuter zu bekommen, können Sie die Kräutermischung in Ihrer Apotheke fertig kaufen, um Schwedenkräuter ansetzen zu können.
Setzen Sie nun diese Mischung mit 2,5 Liter 40%igem Doppelkorn in einer Flasche an. Sie muss mindestens vierzehn Tage an einem warmen Platz gestellt und täglich geschüttelt werden. Nach vierzehn Tagen können Sie benötigte Mengen mit einem Sieb in eine kleinere Flasche abfüllen. Wegen des Alkohols halten sich die bitteren Schwedentropfen ausgesprochen lange.

Anwendungsgebiete der Schwedenkräuter

Glaubt man Kennern, so sollte die Frage eher lauten: Gegen welche Krankheiten können Schwedenkräuter nicht eingesetzt werden? Denn von A wie „Altersflecken“ und „Appetitlosigkeit“ bis Z wie „Zuckerkrankheit“ und „Zysten“ reichen die Anwendungsgebiete.
Schwedenkräuter anzusetzen lohnt sich also: Denn sie sind sowohl äußerlich (Stoff tränken und auf die betreffende Stelle legen) als auch innerlich anzuwenden (einen Teelöffel Schwedenkräuter mit einer Tasse warmem Tee oder Wasser verdünnen).
Ein paar Tropfen Schwedenkräuter auf eine Wunde geträufelt, bewirken, dass nach der Heilung keine Narben sichtbar sind. Auch gegen Erkältung und Schlaflosigkeit können sie heilend eingesetzt werden. Glaubt man einer „alten Handschrift“, so verschafft die tägliche Einnahme (morgens und abends) ein Gefühl völligen Wohlbefindens bis ins hohe Alter!

Wenn Sie sich für Heilpflanzen und deren Wirkungsweise interessieren, finden Sie im Praxishandbuch für Heilpflanzen weitere Rezepte, die Sie zu Hause selbst ansetzen können.