Mehr Integrative Medizin an Universitäten

Lesen Sie hier einen Beitrag von Christoph Trapp über Homöopathie an Universitäten

Nach Baden-Württemberg soll jetzt auch in Bayern die Integrative Medizin gestärkt und mit einem Lehrstuhl weiter erforscht werden. Das ist das erklärte Ziel der CSU-Fraktion: „Wir haben … die Staatsregierung aufgefordert, bei den Bayerischen Universitäten anzuregen, dass eine Professur für Naturheilkunde eingerichtet wird, um die Forschung im Bereich der komplementären und der Integrativen Medizin weiter zu stärken und sich beim Bund dafür einzusetzen, dass die Forschungsmittel für die Naturheilkunde insgesamt erhöht werden“, betonte Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, in einer Erklärung Mitte Dezember in München. „Wir meinen, dass die Patienten bei einem verbesserten Miteinander und Zusammenspiel von Komplementär- und Schulmedizin – was dann landläufig als Integrative Medizin bezeichnet wird – profitieren werden“, so Seidenath.

Homöopathie in Bayern

Dass die Integrative Medizin nicht nur eine Worthülse, sondern in immer mehr Praxen bereits angewendet wird, beschreibt die Münchner Allgemeinmedizinerin Dr. Marieluise Schmittdiel in einem Brief an die Bayerische Gesundheitsministerin am 20. Dezember: „Das konstruktive Miteinander von konventioneller Medizin und Komplementärmedizin … ist der beste Weg in der Behandlung unserer Patienten. Davon bin ich überzeugt, denn ich erfahre dies täglich in unserer Hausarztpraxis, die ich als Allgemeinärztin mit homöopathischer Spezialisierung zusammen mit meinem Mann, einem „Schulmediziner“ führe. Die Patienten schätzen es sehr, beides vereint unter einem Dach zu haben – wissend, dass wir ständig im fachlichen Austausch stehen.“ Schmittdiel ist Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Auch der DZVhÄ begrüßt in einer aktuellen Erklärung (20.12.) die bayerische Initiative, da „die Politik auf das wachsende Interesse der Bevölkerung an integrativer Medizin und insbesondere Homöopathie“ reagiere. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS aus dem Frühjahr 2018 befürworten 75 Prozent der Deutschen eine integrative Medizin.  Vergleichbare Stiftungsprofessuren und Lehrstühle gibt es nach Auskunft der Hufelandgesellschaft – dem Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin –  bereits in Berlin, Rostock, Duisburg-Essen sowie an der Uni Witten/Herdecke.