Beliebte heilende Pflanzen und ihre Wirkung

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Die Gärten unserer Urahnen waren häufig nicht mehr als bis dicht ans Haus reichende Ausläufer der Äcker; sie dienten vornehmlich dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln. Explizit mit Zäunen oder Mäuerchen abgegrenzte Beete konnten nur wenige Familien vorweisen; und wenn, dann nutzten auch sie sie hauptsächlich zur Versorgung von Mensch und Tier. Doch auf den Anlagen gediehen nicht nur Gemüse und nützliche Kräuter, sondern oft auch Blumen.

Pflanzen dienten früher als Lufterfrischer

Aus zahlreichen Erzählungen und vielen bildlichen Darstellungen geht hervor, dass diese durchaus ins Haus gebracht wurden. Hier hingen sie büschelweise an Zimmerdecken oder standen auf Krüge und Kannen verteilt im Raum herum. Allerdings dienten sie so weniger der Zier als vielmehr praktischen Zwecken.

Zum einen reinigten sie die Luft in den kleinen Behausungen, die aufgrund der meist nur kleinen Fenster, der offenen Herdstelle und der beengten Wohnverhältnisse sowie der direkt benachbarten Ställe häufig stickig und feucht waren. Zum anderen wurden die Blumen wie Kräuter verwendet. Kluge Bauersfrauen wussten die bunten Blüten nicht nur als Farbtupfer zu schätzen, sondern gewannen ihnen Nutzen als würzende oder heilende Pflanzen ab.

Blühende Nahrungsquellen

So wurden Kamille, Salbei oder Fenchel in frischem oder getrocknetem Zustand zu Tees gegen Unwohlsein, Husten oder Verdauungsbeschwerden verarbeitet. Die Blätter von jungem Löwenzahn oder frischen Brennnesseln gaben wohlschmeckende Salate ab und sowohl süße als auch herzhafte Speisen wurden mit den aromatischen Blüten von Kapuzinerkresse, Veilchen oder Gänseblümchen verfeinert. Viele Blumen und blühende Kräuter haben diese Funktion als gleichermaßen schmückende, sättigende wie heilende Pflanzen bis heute behalten.

Gesunde Zier

Doch auch Rosen, Tulpen, Nelken und Lilien sowie Butter- oder Ringelblumen erfüllten mehr als einen optischen Zweck. Neben desinfizierenden, blutstillenden, beruhigenden, verdauungsfördernden oder sonstigen Eigenschaften als heilende Pflanzen wurde mancher von ihnen sogar eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Auch als duftende, hautklärende oder entzündungshemmende Zusätze bei der (nicht immer) täglichen Körperpflege kamen die Naturschönheiten zum Einsatz.

Noch immer wirksam

Auch heute noch werden viele Blumen als Heilpflanzen genutzt. Fast jeder wird ein Rosen-Produkt zu Hause haben, das für die Haut oder das Wohlbefinden eingesetzt wird. Der Nutzen hat sich kaum verändert, noch immer werden den Pflanzen die gleichen Wirkungen nachgesagt. Doch heute steht auch besonders die Schönheit der Pflanzen im Mittelpunkt. Und mal ehrlich: auch als Blumenstrauß haben Pflanzen eine heilende Wirkung auf viele Menschen, allein durch ihre Schönheit.