Welche Schüßler-Salze helfen bei Gicht?

Schüßler-Salze bei Gicht

Gicht gehört zu den schmerzhaften Stoffwechselerkrankungen und kann den Alltag durch plötzlich auftretende Gelenkschmerzen stark beeinträchtigen. Dabei erkranken Männer deutlich häufiger an Gicht als Frauen. 8 von 10 Gichtpatienten sind männlich. Bei Männern tritt die Krankheit meist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Besonders häufig betroffen ist das Großzehengelenk, aber auch andere Gelenke können betroffen sein. Rötungen, Schwellungen und eine starke Druckempfindlichkeit gehören dabei zu den typischen Beschwerden. Viele Betroffene wünschen sich neben der medizinischen Behandlung eine natürliche Unterstützung. Schüßler-Salze werden in der Naturheilkunde traditionell eingesetzt, um den Stoffwechsel zu begleiten und den Körper bei seinen Regulationsprozessen zu unterstützen. Doch können Schüler-Salze bei Gicht helfen?  

Wie entsteht Gicht?

Gicht entsteht durch einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Dein Körper produziert Harnsäure, wenn er sogenannte Purine abbaut. Purine sind natürliche Stoffe, die in bestimmten Lebensmitteln (z. B. rotem Fleisch, Meeresfrüchten, Alkohol) vorkommen. Wenn man zu viele dieser Lebensmittel isst, kann dein Körper die Harnsäure nicht schnell genug über den Urin ausscheiden und die Harnsäure reichert sich im Blut an. Die Folge: Ab einer bestimmten Menge bildet die Harnsäure winzige Kristalle. Diese Kristalle können sich u.a. in den Gelenken ablagern und dort Entzündungsreaktionen auslösen. 

Häufige Auslöser und begünstigende Faktoren sind:

  • purinreiche Ernährung
  • hoher Fleisch- und Alkoholkonsum
  • Übergewicht
  • Stoffwechselstörungen
  • geringe Flüssigkeitszufuhr
  • erbliche Veranlagung

Ein akuter Gichtanfall tritt häufig plötzlich auf und kann mit starken Schmerzen, Überwärmung und Schwellung des betroffenen Gelenks verbunden sein.

Die Grundlagen der Schüßler-Salze-Therapie

Die Therapie mit Schüßler-Salzen wurde von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt. Sie basiert auf der Annahme, dass Beschwerden durch ein Ungleichgewicht bestimmter Mineralsalze in den Körperzellen entstehen können. Die Einnahme potenzierter Mineralsalze soll die natürlichen Regulationsprozesse des Körpers unterstützen.

Wirkprinzip bei Gicht

Bei Gicht werden in der Schüßler-Therapie vor allem jene Salze eingesetzt, die traditionell mit Stoffwechsel, Ausscheidung, Flüssigkeitshaushalt und Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht werden. Ziel ist es, den Körper bei seinen natürlichen Regulationsprozessen zu begleiten und den Stoffwechsel zu unterstützen.

Welche Schüßler-Salze werden bei Gicht eingesetzt?

Schüßler-Salz Nr. 9 Natrium phosphoricum

Natrium phosphoricum gilt als wichtiges Stoffwechselsalz innerhalb der Schüßler-Therapie. Es wird traditionell eingesetzt, wenn der Säure-Basen-Haushalt unterstützt werden soll.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • erhöhte Stoffwechselbelastung
  • Neigung zu Übersäuerung
  • Unterstützung bei Ernährungsumstellungen
  • begleitende Anwendung bei Gichtbeschwerden

Nr. 9 wird häufig über einen längeren Zeitraum angewendet, um den Stoffwechsel zu begleiten.

Schüßler-Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum

Natrium sulfuricum gilt als klassisches Ausscheidungs- und Entlastungssalz. Es wird traditionell eingesetzt, um die natürlichen Ausscheidungsprozesse des Körpers zu unterstützen.

Typische Hinweise für Nr. 10 sind:

  • Unterstützung der Ausleitung
  • Stoffwechselbelastungen
  • Neigung zu Wassereinlagerungen
  • begleitende Unterstützung bei Gicht

Schüßler-Salz Nr. 8 Natrium chloratum

Natrium chloratum gilt als wichtiges Salz für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. In der Schüßler-Therapie wird es traditionell eingesetzt, wenn die Regulation der Körperflüssigkeiten unterstützt werden soll.

Bei Gicht wird Nr. 8 häufig ergänzend empfohlen, da ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt und ausreichend Flüssigkeitszufuhr eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel spielen.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • Unterstützung des Flüssigkeitshaushalts
  • trockene Schleimhäute
  • Unterstützung der Ausscheidungsprozesse
  • begleitende Anwendung bei Stoffwechselbelastungen

Schüßler-Salz Nr. 16 Lithium chloratum

Lithium chloratum gehört zu den Ergänzungssalzen und wird traditionell eingesetzt, wenn der Stoffwechsel und die Ausscheidung unterstützt werden sollen.

In der Schüßler-Therapie wird Nr. 16 häufig bei Stoffwechselbelastungen und Beschwerden eingesetzt, die mit einer erhöhten Belastung des Organismus verbunden werden.

Typische Hinweise für Nr. 16 sind:

  • Unterstützung des Harnsäurestoffwechsels
  • begleitende Anwendung bei Gichtneigung
  • Stoffwechselbelastungen
  • Unterstützung der Ausscheidungsfunktion

Nr. 16 wird häufig ergänzend zu den klassischen Stoffwechselsalzen Nr. 9 und Nr. 10 eingesetzt.

Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum

Magnesium phosphoricum gilt als Entspannungssalz und wird traditionell bei krampfartigen und schmerzhaften Beschwerden eingesetzt.

Typische Hinweise für Nr. 7 sind:

  • verspannte Muskulatur
  • schmerzhafte Gelenkbeschwerden
  • begleitende Anwendung bei akuten Beschwerden

Besonders bekannt ist die Anwendung als „Heiße Sieben“.

Schüßler-Salz Nr. 11 Silicea

Silicea wird traditionell für Bindegewebe, Haut und Regeneration eingesetzt. Bei Gicht wird es häufig ergänzend empfohlen, wenn Gelenke und Gewebe unterstützt werden sollen.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • empfindliches Gewebe
  • Unterstützung der Regeneration
  • begleitende Anwendung bei Gelenkbeschwerden

Schüßler-Salz Nr. 12 Calcium sulfuricum

Calcium sulfuricum wird traditionell bei länger bestehenden entzündlichen Prozessen eingesetzt. Es soll die natürlichen Regenerationsprozesse des Körpers unterstützen.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • chronische Beschwerden
  • entzündliche Prozesse
  • Unterstützung des Gewebestoffwechsels

Kombination von Schüßler-Salzen bei Gicht

In der Praxis werden die Salze häufig kombiniert:

SalzEinsatzgebiet
Nr. 8 Natrium chloratumFlüssigkeitshaushalt
Nr. 9 Natrium phosphoricumStoffwechsel und Säure-Basen-Haushalt
Nr. 10 Natrium sulfuricumAusscheidung und Entlastung
Nr. 16 Lithium chloratumUnterstützung des Harnsäurestoffwechsels
Nr. 7 Magnesium phosphoricumschmerzhafte Beschwerden
Nr. 11 SiliceaGewebe und Regeneration
Nr. 12 Calcium sulfuricumlänger bestehende Beschwerden

Die Tabletten werden meist mehrmals täglich eingenommen und langsam im Mund zergehen gelassen.

Was kann naturheilkundlich zusätzlich helfen?

Neben Schüßler-Salzen können verschiedene Maßnahmen den Stoffwechsel unterstützen:

  • ausreichend trinken, besonders Wasser (2-3 Liter)
  • reduzieren Sie purinreiche Lebensmittel, also den Konsum von rotem Fleisch, Innereien und manchen Fischarten,
  • ausgewogene Ernährung (Milchprodukte, Eier, die meisten Obst- und Gemüsesorten sowie pflanzliche Öle)
  • Normalgewicht anstreben
  • Prävention: regelmäßige Bewegung
  • Alkohol reduzieren
  • ausreichend Ruhe während akuter Beschwerden
  • Harnsäure ausleiten: Tees aus Brennnessel, Birkenblättern oder Goldrute regen die Nierentätigkeit an und fördern die Harnsäureausleitung.

Grundsätzlich bei Gicht:

  • Kühlen statt wärmen: Umschläge mit kaltem Quark oder Eisbeutel (Kryotherapie) reduzieren die Schwellung und betäuben den Schmerz.
  • Hochlagern: Das betroffene Gelenk sollte konsequent hochgelagert werd

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Ein Gichtanfall sollte medizinisch abgeklärt werden, besonders wenn starke Schmerzen, deutliche Schwellungen oder wiederkehrende Beschwerden auftreten.

Ärztlicher Rat ist besonders wichtig bei:

  • erstmaligem Gichtanfall
  • starken Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • anhaltenden Beschwerden
  • häufig wiederkehrenden Anfällen

Eine unbehandelte Gicht kann langfristig die Gelenke schädigen.

Gicht und Schüßler-Salze

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die häufig mit schmerzhaften Gelenkentzündungen verbunden ist. Schüßler-Salze wie Nr. 8 Natrium chloratum, Nr. 9 Natrium phosphoricum, Nr. 10 Natrium sulfuricum, Nr. 16 Lithium chloratum, Nr. 7 Magnesium phosphoricum, Nr. 11 Silicea und Nr. 12 Calcium sulfuricum werden häufig eingesetzt, um Stoffwechsel, Ausscheidung und körpereigene Regulationsprozesse zu unterstützen.

In Kombination mit einer angepassten Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und einem gesunden Lebensstil können sie eine begleitende Unterstützung bei Gichtbeschwerden darstellen.