Potenzierung
Potenzierung bezeichnet den Vorgang der Herstellung und Aufbereitung homöopathischer Mittel und Globuli. Dabei erfolgen 2 Schritte, um die volle Heilkraft der Ursubstanz zu erschließen, bzw. zu potenzieren. (lat. Potenz: Kraft, Fähigkeit).
Verdünnung
Einige Homöopathika werden aus giftigen Rohstoffen hergestellt oder haben in größeren Mengen unangenehme Begleiterscheinungen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden begann Samuel Hahnemann die Rohstoffe zu verdünnen.
Aus den pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Rohstoffen wird zunächst eine Urtinktur oder eine Verreibung hergestellt. Diese kann dann Schritt für Schritt mit einer neutralen Substanz wie Milchzucker, Rohrzucker oder Ethanol vermischt und verdünnt werden.
Verdünnungsverhältnisse
Zur Herstellung einer D1 Potenz wird ein Teil Ursubstanz mit 10 eines Verdünnungsmittels wie Rohrzucker, Milchzucker oder Ethanol vermengt. Das Verhältnis beträgt somit 1:10.
Zur Herstellung einer D2 Potenz wird ein Teil D1 Potenz mit 10 Teilen Verdünnungsmittel vermischt, für eine D3 wiederum ein Teil D2 mit 10 Teilen Verdünnungsmittel usw.
Eine D12 Potenz enthält somit 1 Teil Ursubstanz und 1 Billion Teile Milchzucker, Rohrzucker oder Alkohol.
Bezeichnung der Verdünnungsverhältnisse:
D 1:10
C 1:100
M 1:1000
XM 1.10 000
Q/LM 1:50 000
Verschüttelung
Bei seinen Experimenten mit der Verdünnung von Arzneien entdeckte Hahnemann dann auch das Prinzip der Verreibung oder Verschüttelung. Die Ursubstanzen werden nicht nur verdünnt, sondern auch verschüttelt oder verrieben. Dadurch wird nicht nur die Wirkung der Ursubtanz trotz kleinster Dosis erhalten. Erst durch diesen Prozess erschließt sich die volle Heilkraft der Arzneien.
Hahnemann entdeckte nach und nach, dass die Wirksamkeit sich mit der Höhe der Potenz sogar erhöhte, wobei unerwünschte Nebenwirkungen wegfielen. Er bezeichnete diesen Prozess auch als Dynamisierung.
Kritische Stimmen
Der gesamte Prozess der Potenzierung erregt seit jeher die Gemüter der Kritiker der Homöopathie.
Den bisherigen Erkenntnissen der Naturwissenschaft zufolge lässt sich die Wirkung der homöopathischen Behandlung nicht erklären. Auf Grund des Unverständnisses wird sie oft als Placebo Behandlung verunglimpft.
Aber: Das Fehlen einer naturwissenschaftlichen Erklärung für die Wirkungsweise der Homöopathie beweist noch lange nicht deren Wirkungslosigkeit.
Dagegen sprechen unzählige empirische Beobachtungen und Erfahrungen. Homöopathische Behandlungen haben unzählige Male unter Beweis gestellt, dass sie auch unter Umständen heilen, unter denen ein Placebo-Effekt auszuschließen ist.
Dazu gehört die Behandlung von Säuglingen, Bewusstlosen oder Tieren.
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